Wochenblätter der SÜDWEST PRESSE, Ulm; Das Blaumännle, Nr.28; Freitag, den 13. Juli 2018

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Schule / 21 Abiturienten am Evangelischen Seminar

Fünf Mal ein europäisches Abitur

Am vergangenen Mittwoch haben 21 Abiturientinnen und Abiturienten des Evangelischen Seminars ihren Schulabschluss gefeiert.

Blaubeuren Die Abiturienten stellten ihre Feier unter das Motto „12 Jahre und nichts für die Unsterblichkeit getan“. Ephorus Pleitner freute sich als Pfarrer, dass den Abiturienten anscheinend nichtmaterielle Werte wie die Unsterblichkeit wichtig seien. Allerdings sei er als Lehrer über das falsche Zitat enttäuscht, merkte er ironisch an: Schillers Don Carlos rede nämlich in dem Zitat von 23 und nicht von 12 Jahren.

Besonders erwähnenswert ist, dass fünf der 21 Abiturienten den Abschluss nach dem Bildungsgang Europäisches Gymnasium mit vier Fremdsprachen, darunter Griechisch und Latein gemacht haben. Das Zertifikat Europäische Abitur wird weniger als 50 Mal pro Jahr verliehen. Daneben konnten Preise der Stiftung „Humanismus heute“, Scheffelpreis für besondere Leistungen im Fach Deutsch, der Paul-Schempp-Preis der evangelischen Landeskirche sowie Preise der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (drei Preisträgerinnen), der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (zwei Preisträgerinnen) und der IHK vergeben werden. Junge Frauen waren besonders in den Naturwissenschaften erfolgreich. Vier der Preise gingen allein an Tamara Münzenmaier, die mit dem Abiturschnitt von 1,0 auch das beste Abiturergebnis des Jahrgangs erzielte.

Der Abschied nach vier Jahren am Seminar fiel den Seminaristen, die ihre Abiturfeier mit einer Andacht vor dem Hochaltar eröffneten, sichtlich schwer. Anna, die aus München kommend, nur ein Jahr am Seminar verbrachte, formulierte es in der Abiturzeitung so: „208 Tage. Nur 208 Tage hatte ich Zeit, diese Menschen kennen und lieben zu lernen. Es ist fast schon grausam, nur so kurze Zeit am Semi zu sein.“

Viele der Seminaristen absolvieren im Anschluss an die Schule ein soziales oder praktisches Jahr im Ausland.

Fotos von Andreas Mack