Das Kloster Blaubeuren gehört zu den wenigen mittelalterlichen Anlagen, die ihre spätgotische Gestalt bewahrt haben. Nicht durch ruhige Kontinuität – sondern durch eine Geschichte voller Brüche und Neubeginn.
Das Kloster Blaubeuren gehört zu den wenigen mittelalterlichen Anlagen, die ihre spätgotische Gestalt bewahrt haben. Nicht durch ruhige Kontinuität – sondern durch eine Geschichte voller Brüche und Neubeginn.
| Vor 1000: | Bau einer ersten Johanneskapelle am Blautopf |
| 1085: | Klostergründung durch die Pfalzgrafen von Tübingen und den Grafen von Ruck; Abt Azelinus kommt mit ersten Mönchen aus Hirsau |
| 1099: | Gräfin Adelheid stellt das Kloster unter den Schutz von Papst Urban II. |
| 1124: | Weihe der ersten, romanischen Klosterkirche |
| 1267: | Erste Erwähnung der Stadt Blaubeuren; die Vogtei über das Kloster geht an die Grafen von Helfenstein |
| 1447: | Graf Ludwig I. von Württemberg kauft Blaubeuren |
| 1451: | Reform des Klosters, Beginn der Blütezeit |
| 1466: | Beginn des Neubaus durch Abt Ulrich Kondig (spätgotisch) |
| 1475-1495: | Abt Heinrich III. Fabri – bedeutendster Abt; enger Vertrauter des Grafen Eberhard im Bart |
| 1477: | Fabri ist als Päpstlicher Kommissar maßgeblich an der Gründung der Universität Tübingen beteiligt |
| 1493: | Hochaltar und Chorgestühl werden von der Ulmer Schule geschaffen; Weihe der Klosterkirche |
| 1510: | Ende der Neubauphase |
| 1534: | Reformation in Württemberg durch Herzog Ulrich |
| 1535: | Vertreibung der Blaubeurer Mönche |
| 1536: | Gründung des Evangelischen Stifts Tübingen |
| 1549: | Rückkehr des Konvents unter Abt Christian Tubingius |
| 1556: | Herzog Christoph gründet die Evangelische Klosterschule in Blaubeuren; die ersten Schüler nutzen das Kloster zusammen mit den letzten Benediktinermönchen |
| 1562: | Absetzung Abt Tubingius, erneute Vertreibung |
| 1563: | Matthäus Alber wird erster evangelischer Abt des Klosters; er rettet den Hochaltar vor einem Bildersturm |
| 1630: | Rekatholisierung im Dreißigjährigen Krieg: vorübergehende Rückkehr der Mönche und Auflösung der Schule |
| 1650: | endgütige Wiedereröffnung der Klosterschule |
| 1777: | Der Dichter Schubart wird in der Klostervogtei festgenommen |
| 1810: | Aufhebung der Klosterschule |
| 1817: | Neugründung als „Evangelisch-theologisches Seminar Blaubeuren“ |
| 1825: | Abschlussjahrgang der sogenannten „Blaubeurer Geniepromotion“ um David Friedrich Strauß und Friedrich Theodor Vischer |
| 1835: | Eduard Mörike (ehemaliger Seminarist in Urach) setzt dem Kloster mit seiner „Historie von der schönen Lau“ ein literarisches Denkmal |
| 1874: | Einrichtung eines wechselnden Systems: Die unteren Klassen beginnen am Seminar Maulbronn und wechseln in der Oberstufe nach Blaubeuren |
| 1928: | Gründung der Evangelischen Seminarstiftung als Trägerin der Evangelischen Seminare (Seminarvertrag) |
| 1941: | Aufhebung des Seminars durch die NSDAP |
| 1945: | Wiedereinrichtung des Seminars |
| 1970-1985: | Restaurierung des Chorraums und des Hochaltars; Sanierung der Klostergebäude |
| 1974: | Die ersten Schülerinnen werden ans Seminar Blaubeuren aufgenommen! |
| 1975/77: | Schließung der Seminare Schöntal und Urach |
| 1985: | Jubiläumsfeier „900 Jahre Kloster Blaubeuren“ unter Ephorus Gerhard Klein |
| 1993: | Jubiläumsfeier „500 Jahre Hochaltar“ |
| 2006: | Jubiläumsfeier „450 Jahre Ev. Klosterschulen in Württemberg“ |
| 2009: | Einführung des G8-Gymnasiums; erstmals seit über 130 Jahren wird in Blaubeuren wieder eine 9. Klasse aufgenommen |
| 2006-18: | große Sanierung des Klosterareals; Umbau des Seminars unter Ephorus Dr. Henning Pleitner |
| 2025: | Beschluss zur Wiedereinrichtung des G9-Gymnasiums an den Ev. Seminaren mit fünf Klassen (9-13) |