Aus der Rezension von Ilse Fischer-Giovante ("Schwäbische Zeitung", 23.6.2026):
Ausgewählt zur Präsentation in diesem Jahr haben der Leiter der Theater-AG des Evangelischen Seminars Blaubeuren, Sebastian Gengnagel, und die mitwirkenden Seminaristen in diesem Jahr das Stück „Hexenjagd“ des US-Dramatikers Arthur Miller. Aktuelle Bezüge sind unverkennbar.
Arthur Miller, 1915 geboren, gilt als einer der wichtigsten gesellschaftskritischen Dramatiker der USA. Er erhielt 1949 den renommierten Pulitzerpreis, verheiratet war er in zweiter Ehe von 1956 bis 1960 mit Marilyn Monroe.
Nach der 1953 erfolgten Erstaufführung von „The Crucibles“, auf Deutsch „Hexenjagd“, zog Miller die Aufmerksamkeit des McCarthy-Ausschusses auf sich und wurde 1956 zu einer später revidierten Haftstrafe verurteilt, weil er sich weigerte, vermeintliche Kommunisten zu denunzieren. Das Stück beruht auf einer wahren Begebenheit von 1692 in Salem/Massachusetts, als nach Hexenprozessen Hunderte von Menschen verurteilt
wurden.
Alljährlich sind die drei Theateraufführungen des Evangelischen Seminars sehr begehrt bei den Theaterfreunden der Region, da allemal hochkarätig, so auch diesmal: Beeindruckend die Dramaturgie und herausragend die schauspielerischen Leistungen, imposant die hochformatigen wechselnden Bühnenbilder - entstanden im Kunstunterricht bei Isabel Fuchs. Eindrücklich unterstrichen Musikstücke aus jener und heutiger Zeit die Botschaft des Stücks, exzellent dargeboten von begabten Seminaristen.
Selbst entworfen die zeitgemäßen Kostüme. Professionell wirken das Plakat und das hilfreich erläuternde Programmheft für die Zuschauer.
Bei seiner Begrüßung betonte Ephorus Jochen Schaeffler, dass das Theater ein Projekt der ganzen Schulgemeinde sei mit Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen, männlich und weiblich: Schauspielern, einer Souffleuse, Maskenbildnern, Kostümschneidern, Bühnenmalern, Technikern, Designern, Verantwortlichen für Catering und Kartenverkauf.